Warum das Profil oft wichtiger ist als die Website
Wenn jemand „Friseur in der Nähe“ oder „Elektriker Augsburg“ bei Google eingibt, sieht er zuerst eine Karte mit ein paar Betrieben. Dort stehen Bewertungen, Öffnungszeiten, Fotos und ein Knopf zum Anrufen. Viele Leute rufen direkt von dort an, ohne je deine Website zu öffnen.
Dieser Eintrag heißt Google-Unternehmensprofil. Er ist kostenlos, und du kannst ihn selbst pflegen. Trotzdem sehen wir immer wieder Profile, die nur halb ausgefüllt sind, alte Öffnungszeiten zeigen oder nie vom Inhaber übernommen wurden.
Dazu kommt: Google beantwortet Suchanfragen inzwischen auch in Deutschland mit einem KI-Modus. Solche Antworten greifen auf vorhandene Informationen über deinen Betrieb zurück. Je vollständiger und stimmiger deine Angaben sind, desto weniger muss geraten werden.
Schritt 1: Profil übernehmen und bestätigen
Oft gibt es deinen Betrieb bei Google schon, ohne dass du je etwas eingetragen hast. Dann kannst du den Eintrag übernehmen, statt einen neuen anzulegen. Doppelte Einträge verwirren Kunden und sollten vermieden werden.
Nach dem Übernehmen will Google wissen, ob du wirklich zum Betrieb gehörst. Diese Bestätigung ist wichtig: Laut Google werden bestätigte Unternehmen eher in den Suchergebnissen angezeigt. Welche Bestätigungsart du bekommst, entscheidet Google je nach Betrieb.
- Suche deinen Betrieb in Google Maps, am Computer oder in der App.
- Gibt es ihn schon, wähle „Inhaberschaft für dieses Unternehmen geltend machen“ und dann „Jetzt verwalten“.
- Gibt es ihn noch nicht, lege ihn unter business.google.com/add neu an.
- Wähle eine Bestätigungsart und folge der Anleitung auf dem Bildschirm.
- Verwaltet schon jemand anderes das Profil, etwa eine frühere Agentur, kannst du bei dieser Person die Inhaberschaft beantragen.
Schritt 2: Alles vollständig und richtig ausfüllen
Google sagt es selbst ziemlich deutlich: Unternehmen mit vollständigen und korrekten Angaben werden eher in den lokalen Ergebnissen angezeigt. Nimm dir also einmal eine halbe Stunde Zeit und geh jedes Feld durch.
Wichtig ist vor allem, dass die Angaben überall gleich sind: im Profil, auf deiner Website und im Impressum. Steht bei Google eine andere Telefonnummer als auf deiner Seite, wirkt das unordentlich, auf Kunden genauso wie auf Suchmaschinen.
Ist dein Profil vollständig?
- Die Hauptkategorie passt genau zu dem, was du hauptsächlich machst, zum Beispiel „Malerbetrieb“ statt nur „Handwerker“.
- Adresse oder Einzugsgebiet stimmt. Kommst du zu den Kunden, kannst du die Adresse ausblenden und Orte angeben.
- Öffnungszeiten sind aktuell, auch Sonderöffnungszeiten für Feiertage und Urlaub.
- Telefonnummer und Website sind eingetragen und funktionieren.
- Die Beschreibung erklärt in einfachen Worten, was du anbietest und für wen.
- Passende Merkmale sind gesetzt, etwa Parkplätze oder barrierefreier Eingang.
- Es gibt echte Fotos von dir, deinem Team, deinem Laden oder deinen Arbeiten.
Trifft mindestens ein Punkt zu? Wenn du bei einem dieser Punkte gezögert hast: Genau da lohnt es sich, heute nachzubessern.
Trifft nichts davon zu? Wenn alle Punkte sitzen, ist die Grundlage gelegt. Jetzt geht es ums Lebendighalten.
Schritt 3: Bewertungen sammeln und beantworten
Bewertungen sind für viele Leute der Grund, dich anzurufen oder eben nicht. Laut Google können mehr Rezensionen und positive Bewertungen auch die Platzierung verbessern. Der einfachste Weg dorthin: zufriedene Kunden direkt fragen.
Google bietet dafür einen eigenen Link und einen QR-Code an. Den Link kannst du nach einem erledigten Auftrag per E-Mail oder WhatsApp schicken, den QR-Code an die Kasse oder auf die Rechnung drucken. Aus unserer Erfahrung bewerten viele Kunden gern, wenn man sie freundlich darum bittet und es ihnen leicht macht.
Beantworte jede Bewertung, auch die kritischen. Eine ruhige, sachliche Antwort auf eine schlechte Bewertung zeigt neuen Kunden oft mehr über dich als zehn Sterne. Google nennt das Antworten ausdrücklich als Möglichkeit, sich von anderen abzuheben.
Schritt 4: Mit wenig Aufwand am Ball bleiben
Ein Profil ist kein Eintrag, den man einmal macht und dann vergisst. Öffnungszeiten ändern sich, neue Arbeiten kommen dazu, Kunden stellen Fragen. Du brauchst dafür aber keine tägliche Routine, ein fester Termin im Monat reicht meist.
- Einmal im Monat: Neue Bewertungen beantworten und ein, zwei aktuelle Fotos hochladen.
- Bei Neuigkeiten: Einen kurzen Beitrag schreiben, etwa zu einem Angebot, einer Veranstaltung oder neuen Leistungen. Beiträge erscheinen direkt im Profil bei Google und Maps.
- Vor Feiertagen und Urlaub: Sonderöffnungszeiten eintragen, damit niemand vor verschlossener Tür steht.
- Bei Änderungen: Neue Telefonnummer oder Adresse sofort im Profil und auf der Website ändern.
Und dann ist da noch deine Website: Das Profil verlinkt auf sie, und wer klickt, will dort schnell finden, was er sucht. Wenn das Profil gut läuft, die Website aber keine Anfragen bringt, findest du Hinweise dazu im Artikel über schöne Websites ohne Anfragen.
Kurz gesagt
- Das Google-Unternehmensprofil ist kostenlos und oft der erste Kontakt zu neuen Kunden.
- Übernimm und bestätige dein Profil mit einem Konto, das dir gehört.
- Fülle alles vollständig aus und halte die Angaben überall gleich.
- Bitte zufriedene Kunden um Bewertungen und beantworte jede davon.
- Ein fester Termin im Monat reicht, um das Profil aktuell zu halten.
Häufige Fragen
Kostet das Google-Unternehmensprofil etwas?
Nein. Laut Google kannst du dein Profil kostenlos anlegen oder übernehmen. Eine bessere Platzierung lässt sich dort auch nicht dazukaufen.
Brauche ich eine Ladenadresse für ein Profil?
Nein. Wenn du zu deinen Kunden fährst, etwa als Handwerker oder mobile Pflege, kannst du deine Adresse ausblenden und stattdessen ein Einzugsgebiet angeben.
Was mache ich mit einer schlechten Bewertung?
Antworte ruhig und sachlich, bedanke dich für die Rückmeldung und biete an, das Problem direkt zu klären. Löschen kannst du Bewertungen nicht einfach. Nur wenn eine Bewertung gegen Googles Richtlinien verstößt, kannst du sie melden.
Hilft das Profil auch bei KI-Antworten?
Es kann helfen. KI-Suchen greifen auf vorhandene Informationen über deinen Betrieb zurück. Vollständige und stimmige Angaben machen es leichter, dich richtig darzustellen. Eine Garantie, genannt zu werden, gibt es aber nicht.

