Ratgeber

Warum eine schöne Website keine Anfragen bringt

Die kurze Antwort

Bleiben Anfragen aus, liegt es meist an einem von zwei Dingen: es kommt niemand, oder es kommen die Falschen. Beides sieht man der Seite nicht an — deshalb kommt die Besucherfrage vor der Designfrage.

Zuerst: Kommt überhaupt jemand?

Eine Seite ohne Besucher kann nicht an ihrem Design scheitern. Bevor man am Aussehen schraubt, gehört die Frage beantwortet, wie viele Leute pro Monat kommen und über welchen Weg.

Dafür braucht es keine aufwendige Analyse. Die Google Search Console zeigt kostenlos, für welche Suchbegriffe deine Seite überhaupt angezeigt wird. Wenn dort dreistellige Anzeigezahlen bei null Klicks stehen, ist das ein völlig anderes Problem als bei zehn Anzeigen im Monat.

Erst wenn klar ist, ob es an der Menge oder an der Umwandlung liegt, lohnt sich die nächste Frage.

Die Seite sagt nicht, worum es geht

Der häufigste inhaltliche Fehler: Die Startseite erzählt, wer man ist, statt was man für wen tut. „Willkommen auf unserer Webseite" beantwortet keine Frage.

Ein Besucher entscheidet in wenigen Sekunden, ob er richtig ist. Dafür muss oben stehen, was du anbietest, für wen, und was der nächste Schritt ist – nicht die Vereinsgeschichte seit 1974.

Ein guter Test: Zeig die Seite jemandem, der nicht weiß, was du machst, für fünf Sekunden. Kann er danach sagen, was du anbietest?

Es ist nicht klar, was man tun soll

Viele Seiten enden im Nichts. Man liest, nickt – und dann? Wenn auf einer Seite fünf gleich wichtige Möglichkeiten stehen, wählt man keine.

Pro Seite ein klarer nächster Schritt reicht: anrufen, schreiben, Termin machen. Nicht drei Varianten nebeneinander, sondern die eine, die für diese Seite passt.

Und dieser Schritt sollte niedrigschwellig sein. „Kostenloses Erstgespräch" wird häufiger angenommen als „Angebot anfordern" – auch wenn am Ende dasselbe dabei herauskommt.

Das Formular schreckt ab

Jedes Pflichtfeld kostet Anfragen. Wer Anrede, Firma, Telefonnummer, Budget und Wunschtermin verlangt, bevor überhaupt ein Gespräch stattgefunden hat, verliert genau die Leute, die noch unsicher sind.

Sinnvoller ist es, wenige Angaben zu verlangen und den Rest optional zu machen. Wer mehr erzählen will, tut es ohnehin.

Man kann übrigens messen, wie viele Leute anfangen zu tippen und dann abbrechen. Das ist die aufschlussreichste Zahl überhaupt – und die, die fast niemand erhebt.

Es fehlt der Grund, dir zu glauben

„Zuverlässig, kompetent, individuell" schreibt jeder. Solche Wörter tragen keine Information, weil ihr Gegenteil niemand behaupten würde.

Was trägt: konkrete Projekte mit Namen, echte Bewertungen, Bilder von echten Menschen statt gekaufter Fotos, ein vollständiges Impressum. Alles, was überprüfbar ist.

Auch das gehört dazu: zu sagen, für wen man nicht der Richtige ist. Wer eine Grenze zieht, wirkt glaubwürdiger als jemand, der alles anbietet.

Häufige Fragen

Wie viele Besucher braucht man für regelmäßige Anfragen?
Dafür gibt es keine allgemeingültige Zahl – sie hängt zu stark von Branche und Angebot ab. Aussagekräftig ist nur dein eigener Verlauf: wie viele Besucher hattest du, wie viele Anfragen kamen, und wie verändert sich das.
Bringt eine neue Seite automatisch mehr Anfragen?
Nein. Ein Neubau beseitigt technische und inhaltliche Hindernisse. Ob daraus Anfragen werden, entscheidet sich an deinem Angebot und daran, ob überhaupt jemand die Seite findet.
Lohnen sich bezahlte Anzeigen?
Sie bringen sofort Besucher, solange du zahlst. Als Test, ob deine Seite aus Besuchern Anfragen macht, kann das sinnvoll sein. Als Dauerlösung ersetzen sie keine Seite, die von selbst gefunden wird.

Schauen wir zusammen drauf?

Schick mir die Adresse deiner Seite. Ich sage dir, was mir auffällt – ohne dass du etwas buchen musst.

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