Ratgeber

Relaunch ohne Rankingverlust

Die kurze Antwort

Sichtbarkeit geht beim Relaunch fast nie durch das neue Design verloren, sondern durch geänderte Adressen ohne Weiterleitung. Bekommt jede alte Unterseite eine Weiterleitung, übersteht die Seite den Neubau ohne dauerhaften Einbruch.

Was Sichtbarkeit tatsächlich kostet

Suchmaschinen merken sich Adressen, nicht Layouts. Wenn eine Seite bisher unter /leistungen/ erreichbar war und danach unter /was-ich-mache/, ist die alte Adresse für die Suchmaschine tot – samt allem, was sie sich dazu gemerkt hat.

Der zweite häufige Fehler: Inhalte kürzen. Bei einem Neubau wird gern „aufgeräumt", und plötzlich sind aus vier Absätzen zwei geworden. Was nicht mehr auf der Seite steht, kann auch nicht mehr gefunden werden.

Das Design selbst spielt dagegen kaum eine Rolle – solange die Seite schnell lädt und auf dem Handy funktioniert. Beides wird durch einen Neubau normalerweise besser, nicht schlechter.

Weiterleitungen: der Punkt, an dem gespart wird

Eine Weiterleitung sagt der Suchmaschine: diese Adresse hat ein neues Zuhause, bitte alles mitnehmen. Fachlich heißt sie „301". Wichtig ist nur, dass sie existiert und auf die inhaltlich passende neue Seite zeigt.

Alle alten Adressen pauschal auf die Startseite umzuleiten ist die verbreitetste Abkürzung – und sie funktioniert nicht. Suchmaschinen werten das wie eine Fehlerseite, und der Besucher, der einen bestimmten Artikel suchte, landet ratlos auf der Startseite.

Deshalb gehört vor jedem Umzug eine Liste her: welche Adressen gibt es heute, welche davon werden tatsächlich aufgerufen, und wo landet jede einzelne künftig. Diese Liste ist unspektakulär und macht den Unterschied.

Ein Beispiel aus eigener Sache: Bei meiner eigenen Website hätte ich beim Umzug beinahe eine Adresse übersehen, die intern schon umgeleitet wurde – die zweitmeistbesuchte Seite überhaupt. Aufgefallen ist es erst, weil die Zahlen vorher ausgewertet wurden.

Vorher messen, sonst weißt du hinterher nichts

Vor dem Umzug gehören die aktuellen Werte gesichert: welche Suchbegriffe bringen Besucher, welche Seiten werden aufgerufen, wie viele Klicks gibt es im Monat. Diese Daten liefert die Google Search Console kostenlos.

Ohne diesen Stand ist jede Aussage nach dem Umzug wertlos. „Kommt mir weniger vor" ist kein Befund, und „läuft super" auch nicht.

Nach dem Wechsel schaut man vier bis acht Wochen regelmäßig hinein: Tauchen Fehlerseiten auf? Verschwinden Suchbegriffe? Meist beruhigt sich das Bild nach wenigen Wochen.

Was in den ersten Wochen normal ist

Suchmaschinen brauchen Zeit, eine neu gebaute Seite vollständig zu erfassen. In dieser Phase schwanken Platzierungen – das ist kein Alarmzeichen, sondern der Normalfall.

Alarmzeichen sind dagegen: viele Fehlerseiten in der Search Console, ein Einbruch, der nach mehreren Wochen nicht zurückgeht, oder Seiten, die als „nicht indexiert" auftauchen, obwohl sie es sein sollten.

Und noch etwas, das ehrlicherweise dazugehört: Eine Zusage, dass nichts passiert, kann niemand geben. Man kann die bekannten Fehler vermeiden und danach hinschauen. Das ist viel – aber es ist keine Garantie.

Häufige Fragen

Wie lange müssen Weiterleitungen bestehen bleiben?
Dauerhaft. Sie kosten nichts und es gibt keinen Grund, sie je zu entfernen. Alte Links in fremden Seiten und Verzeichnissen leben oft jahrelang weiter.
Muss ich Google über den Umzug informieren?
Wenn nur die Seite neu gebaut wird und die Adresse gleich bleibt: nein. Es hilft aber, in der Search Console die neue Übersichtsdatei einzureichen, damit die Seiten schneller erfasst werden.
Was, wenn ich gar keine Search Console habe?
Dann richte sie vor dem Umzug ein – kostenlos und in wenigen Minuten. Sie sammelt die Daten allerdings erst ab dem Zeitpunkt der Einrichtung, rückwirkend gibt es nichts.

Steht bei dir ein Umzug an?

Ich schaue mir an, welche Adressen du heute hast und was davon mitgenommen werden muss.

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